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Die Bremer Stadtmusikanten sind überall - Esel, Hund, Katze und Hahn in der Bremer Altstadt

Bremen ohne die Bremer Stadtmusikanten? Undenkbar! Erzählt man in der Welt von Bremen, denken viele sofort an die berühmten vier Tiere aus dem bekannten Märchen der Brüder Grimm. So ist es kein Wunder, dass es in der Bremer Altstadt von Esel, Hund, Katze und Hahn nur so wimmelt! Machen Sie sich wie die Stadtmusikanten auf den Weg und entdecken Sie die bekannten und weniger bekannten Darstellungen der Stadtmusikanten. 

Die kennen alle: die Bremer Stadtmusikanten neben dem Rathaus
Links neben dem Rathaus findet sich die berühmteste Darstellung der Bremer Stadtmusikanten von Gerhard Marcks. Brachten viele anfangs ihren Unmut über die recht statische und geometrische Anordnung der Tiere zum Ausdruck, ist es nicht zuletzt dem hieraus entstehenden  hohen Wiedererkennungswert zu verdanken, dass die Tiere mittlerweile den Roland und den Bremer Schlüssel als Symbole Bremens - nicht nur aus dem Stadtmarketing - verdrängt haben.

Die goldenen Bremer Stadtmusikanten am Deutschen Haus 
Wer die Stadtmusikanten von Gerhard Marcks neben dem Rathaus gefunden hat, findet auch die Stadtmusikanten am Deutschen Haus - man muss sich nur umdrehen! Das Deutsche Haus wirkt von außen wie drei einzelne Häuser und am "mittleren" kann man eine Lampe an einem Ausleger hängen sehen. Es handelt sich um ein altes Wirtshausschild der Pschorr-Brauerei aus München, deren Logo einen Stern enthält, der über der Lampe zu sehen ist. Auf dem Ausleger klettern die goldfarbenen Bremer Stadtmusikanten entlang: Es ist die Darstellung, die die vier Tiere so zeigt, wie sie vermutlich auf ihrer Reise tatsächlich ausgesehen haben: Der Esel ist ganz abgemagert und auch beim Hund kann man die Rippen zählen, die Katze wirkt abgekämpft und der Hahn scheint ziemlich zerrupft.

Die versteckten und die gemalten Stadtmusikanten im Ratskeller
Nur wenige Schritte neben den Stadtmusikanten von Gerhard Marcks geht es hinunter in den Bremer Ratskeller, in dem sich gleich zwei Darstellungen der Stadtmusikanten befinden: Die älteste ist eine drehbare Bronzeskulptur von F.W.Heine aus dem jahr 1899. Für die meisten Bremer bleibt sie jedoch unsichtbar - sie steht im Kaiserzimmer, das nur zu besonderen Anlässen geöffnet wird und von Gruppen gebucht werden kann. Die zweite Variante findet sich in Form eines Gemäldes im Hauff-Saal: 1927 fertigte Max Slevogt dieses Fresco für den Ratskeller, weshalb die Tiere passenderweise am Tisch sitzen und speisen.

Die singenden Stadtmusikanten auf dem Marktplatz: das Bremer Loch
Auch auf dem Marktplatz vor dem Rathaus kann man den Stadtmusikanten begegnen - und zwar akustisch! Schon von Weitem hört man oft das Kikeriki, ein recht klägliches Mauzen, ein andauerndes Bellen und ein kräftiges I-Aaa. Das Geschrei entstammt dem Bremer Loch, einer unterirdischen Spendendose an der linken Ecke der Bremischen Bürgerschaft bei dem kleinen Kiosk. Jede noch so kleine Spende entlockt dem Bremer Loch der Reihe nach die Stimmen von Hahn, Katze, Hund und Esel. Der Erlös kommt durch die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe ausgewählten gemeinnützigen Institutionen zu Gute.


Die kunterbunten Stadtmusikanten der Bremer LeseLust - nicht nur neben der Bürgerschaft
Rechts neben der Bremischen Bürgerschaft stehen bunt bemalte Stadtmusikanten - Hund und Katze haben es sich auf dem Rücken des Esels gemütlich gemacht, alle vier lesen in Büchern. Die Skulptur ist eine von vielen der Bremer LeseLust, die in und vor vielen Gebäuden in ganz Bremen zu finden sind. Die Bremer LeseLust ist eine gemeinsamen Initiative unterschiedlicher Einrichtungen in Bremen, die Kindern die Lust am Lesen vermitteln möchte. Die lesenden Stadtmusikanten werden unbemalt verkauft und können dann von den Käufern nach Herzenlust gestaltet werden. Der Erlös kommt natürlich der LeseLust und damit den lesenden Kindern zu Gute. LeseLust-Stadtmusikanten gibt es zum Beispiel neben der Bürgerschaft, vor dem Geschichtenhaus im Schnoor und in der Stadtbibliothek.

Die Knochen der Stadtmusikanten unter dem Paula-Modersohn-Becker-Haus
Wer vom Marktplatz aus kommend die Böttcherstraße betritt, findet nach wenigen Metern auf der linken Seite den Eingang zum Paula-Becker-modersohn-Museum. Statt die Treppe hinauf zu gehen, gehen Sie geradeaus, zu einem Durchgang, der in den Handwerkerhof führt. Kurz vor dem Durchgang erinnert eine Hinweistafel an den Fund von Eselknochen bei Ausgrabungen in der Böttcherstraße. Dieser Fund gilt als Beweis dafür, dass sie Stadtmusikanten die Stadt Bremen - anders als im Märchen - letztendlich doch erreicht haben. 

Die Stadtmusikanten im Gänsemarsch im Handwerkerhof
Wenige Schritte weiter findet man auf dem Sieben-Faulen-Brunnen im Handwerkerhof die Stadtmusikanten im Gänsemarsch: Esel, Hund, Katze und Hahn laufen hintereinander auf dem Rohr des Brunnens entlang. Seit 1927 spazieren sie hier, geschaffen von Bernhard Hoteger.

Die steinernen Stadtmusikanten am Türrahmen in der Böttcherstraße
Vom Handwerkerhof in die Böttcherstraße kommend blickt man schon auf die nächste Darstellung der Stadtmusikanten: Esel, Hund, Katze und Hahne aus Stein umrahmen, einzeln dargestellt neben anderen Tieren und Gegenständen die Tür am Haus der Sieben Faulen. Sie stammen vom Künstler Engelhardt Tölken und zieren den Eingang seit den 20er Jahren, als die komplette Böttcherstraße neu gestaltet wurde.

Die edlen Stadtmusikanten im Haus St.Petrus in der Böttcherstraße
Nur wenige Meter von den Stadtmusikanten im Türrahmen entfernt hat Engelhardt Tölken die vier Tiere ein zweites Mal verewigt und während die Hufe des Esels am Rathaus blank von den vielen Streicheleinheiten ist, glänzt diese edelste der Darstellungen von ganz allein: Eine vergoldete Messing-Statue der Stadtmusikanten ziert das Foyer des Haus St.Petrus, das heute vom Atlantic Grand Hotel genutzt wird.
 

Die weltgewandten Stadtmusikanten auf einer Windrose neben der Firma Kühne und Nagel
Etwas suchen muss man schon, dann findet man eine sehr versteckte Darstellung der Bremer Stadtmusikanten: In der Mitte einer Windrose, die Alfred Kühne 1965 anlässlich des 75jährigen Firmenjubiläum der Stadt schenkte, sind die Bremer Stadtmusikanten als Relief zu sehen. Die Windrose wurde von Paul Halbhuber gestaltet und zeigt neben den vier Windrichtungen auch die Richtung zu 80 Welt- und Hafenstädten sowie die Entfernung zu diesen.

Die hölzernen Stadtmusikanten an der Treppe zum Schnoorviertel
Die Skulptur der Bremer Stadtmusikanten an der so genannten Schnoortreppe bildet eine Ausnahme unter den Stadtmusikanten-Statuen - zwar stehen auch hier die vier Tiere aufeinander, doch ist die Skulptur aus Holz geschnitzt. Gefertigt wurde sie von Jo Harbord um den Platz vor der Eisdiele und dem Souvenirgeschäft zu verschönern.


Die menschlichen Stadtmusikanten am Haus Wüstestätte Nr.11 
Im Schnoor findet sich eine besondere Darstellung der Bremer Stadtmusikanten: hier sind eigentlich vier Menschen dargestellt, die sich als Stadtmusikanten verkleidet haben. Das Relief stammt von Bernd Altenstein. 

 

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