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Das Aalto-Hochhaus in Bremen

Das Aalto Hochhaus – ein Hoch auf den Feierabend!

Ein Hochhaus mit einem Grundriss, wie zwei nebeneinander gelegte Hände. Die Wohnungen wie ausgestreckte Finger, jeder anders als die anderen und alle in Richtung Feierabendsonne weisend. Individueller ging es nicht!

Bremen ist geprägt durch seine Reihenhäuser mit Vorgärten, Treppen und Souterrains. Das sogenannte Bremer Haus, das im 19. Jahrhundert entstand, findet sich über alle Epochen hinweg in vielen Stadtteilen. Doch in der Nachkriegszeit musste Wohnraum her und so startete man mit der Neuen Vahr ein Großprojekt mit der Ergänzung, dass jeder ein anständiges, innenliegendes Bad mit Toilette und eine Küche haben sollte. Bevor man 1973 im Viertel gegen das Konzept Mozarttrasse mit Hochhäusern und –straßen in Altstadtnähe kämpfte, entstand weiter draußen ein neuer Stadtteil, dessen Herzstück ein ganz besonderes Hochhaus wurde: das Aalto-Hochhaus, benannt nach dem finnischen Star-Architekten Alvar Aalto, der das Gebäude entwarf und damit seine eigene Skepsis gegenüber Hochhäusern überwand. Noch heute gilt es als “architektonischer Leckerbissen”.

Das Aalto-Hochhaus hat große Fenster mach Westen und ist fast geschlossen nach Osten

Eine Besonderheit war beim Einzug 1961 der Komfort der voll eingerichteten Küchen. Darüber hinaus war das Hochhaus einzigartig durch seine Aufteilung: keine Wohnung auf einer Etage glich einer anderen und durch die Fächerung hatten alle Bewohner freien Blick bis zur Altstadt – nicht etwa auf die Balkone der Nachbarn. Alle Wohnungen sind trichterförmig gestaltet, mit Küche, Bad und Schlafzimmer Richtung Osten und einem Wohnzimmer mit großer Fensterfront Richtung Westen. Auf vorgelagerten Loggien konnten die Besucher so die Abendsonne genießen, wodurch das Aalto-Hochhaus den Spitznamen “Feierabendhaus” bekam. Mit seinen 22 Etagen blieb es zehn Jahre lang Deutschlands höchstes Wohnhaus und setzte mit seinem Eingang, der einer Hotellobby ähnelt und individuell nutzbaren Gemeinschaftsräumen auf den Etagen Maßstäbe. Im Architekturführer des Bremer Senators für Bau und Umwelt wird deshalb unterstrichen: “am Aalto-Hochhaus und seiner ästhetischen Kraft müssen sich die Werke heutiger Architekten messen lassen.”

Aalto-Hochhaus, Berliner Freiheit 9, 28327 Bremen